Gefälligkeitsgutachten

Gefälligkeitsgutachten ist eine gerichtlich nicht klar definierte Benennung für ein Gutachten, das sich nicht an der sachlichen und fachlichen Richtigkeit orientiert, sondern an dem mutmaßlichen Neugier eines Auftraggebers oder einer andernfalls begünstigten Partei.

Im außergerichtlichen Bezirk entdecken insbesondere die von nur einer der Streitparteien beauftragten Parteigutachten von Seiten der Gegenpartei mehrfach dem Einwendung, es handle sich ca. Gefälligkeitsgutachten, die folglich sachlich nicht zum Beweis tauglich seien. Indem sind die Grenzen zwischen einer nur möglichst günstigen Erläuterung oder Stellungnahme von Daten sowie einer absichtlich falschen oder andernfalls wahrheitswidrigen Begutachtung durchaus fließend und nicht pausenlos leicht konkret zu bestimmen. Eine falsche, insbesondere wissentlich falsche Begutachtung mag andererseits eine Strafbarkeit begründen oder Schadensersatzpflichten auslösen, und zwar sehr wohl auch gegenüber dem Auftraggeber, dieser sich gegen im Vertrauen auf die Richtigkeit des Gutachtens auf einen Prozess mit geringen Erfolgsaussichten einlässt.

Bei einem vom Gericht beauftragten Sachverständigengutachten bestehen klare gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der Pflichten des Sachverständigen zur sorgfältigen sowie unparteiischen Abtragung seines Gutachtens. Weicht jener Gutachter gewollt oder riskant von diesen Vorgaben ab, mag er sich, ca. wegen Bestechung oder auf Grund von eines Aussagedelikts, strafbar und schadensersatzpflichtig machen.

Dieser Nachweis, dass ein – falsches – Gefälligkeitsgutachten erbracht wurde, ist schwer zu lotsen. Häufig kann ein Antrag auf Einholung eines sogenannten Obergutachtens Erfolg geradestehen, nur in Ausnahmefällen wird ein Zeugen- oder Urkundenbeweis in Betracht kommen.
Dieser deutschen Versicherungswirtschaft aufkommen laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) pro Jahr Schäden in Höhe von 35,4 Millionen ? aus Gefälligkeitsgutachten. Es gibt Fälle, in denen Gutachter gegenüber Kfz-Kaskoversicherungen derartige Sachverständigengutachten erstellen, um den Versicherer zu täuschen, indem sie etwa den Zeitwert eines Unfallfahrzeuges zu niedrig anordnen oder den Eingabewert des Kfz vor dem Schadensereignis zu hoch.

Medizinische Gutachten, die falsche Unbedenklichkeitsbescheinigungen trotz nachgewiesener Nebenwirkungen oder bedenklicher Arzneimittelwechselwirkungen mit anderen Präparaten ausstellen, etwa Vorteile für den Gutachter oder dessen Auftraggeber zu erschleichen, schädigen Patienten sowie Volkswirtschaft nachhaltig.

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