Bürgergutachten

Die Planungszelle oder Bürgergutachten ist ein von Peter C. Dienel entwickeltes Beratungs- und Partizipationsverfahren, was demokratische Einschluss des einzelnen Bürgers an verschiedenen Planungs- sowie Entscheidungsprozessen ermöglicht, gegen innerhalb dieser Bürgerbeteiligung.

Entstehung

Die Planungszelle ist am Anfang als Beratungsverfahren zur Verbesserung von Planungsentscheidungen vom Soziologieprofessor Peter C. Dienel (Bergische Universität Wuppertal) in den 1970er Jahren entwickelt worden. Danach erwies sie für sich demgegenüber vor allem als ein gangbarer Weg zur Zustimmung dieser Bürgerrolle für jeglicher. Die aufgabenorientierte, aber befristete Beihilfe macht die mitsteuernde Teilnahme am Nationalstaat für die Bewohner erlebbar.
Im Vordergrund steht nun allerdings noch jener Auftrag der Planungszelle zur Aufbesserung, Beschleunigung und auch Verbilligung eines aktuellen Planungsvorhabens. Nun werden jedes Mal minimal vier welcher Zellen zur Erarbeitung eines Bürgergutachtens auf ein – mitunter als gelegentlich lösbar geltendes – Problem angesetzt. Die Lösungsvorschläge des Bürgergutachtens werden meistens von den nicht teilnahmeberechtigten Bewohnern des Einzugsbereiches eines Planungszelle-Projektes („Mantelbevölkerung“) als unparteiisch neutral akzeptiert. Sie werden dann weiterhin von der Politik sowie jener Obrigkeit für ihre Planungen übernommen.

Citizens‘ Juries (USA) sowie Planungszellen (Deutschland), Bürgerforum
Ein ähnliches Verbaut wie Peter Dienels Planungszelle entwickelte Ned Crosby in den USA – es lehnt für sich an die Geschworenengerichte an. 1974 als Citizens‘ Committe am Jefferson Center in Minneapolis, Minnesota (USA) entwickelt, bekam die Methodik in den späten 1980er Jahren den Namen Citizens‘ Jury, „gegen den Prozess von dieser Vermarktung zu schützen“.
Jener amerikanische „Mächler“ jener Citizens‘ Jury Ned Crosby und jener deutsche „Erfinder“ dieser Planungszelle Peter Dienel beteuerten, dass sie bis 1985 keine Kenntnis von der Tätigkeit des anderen hatten.
Handkehrum wird beim Bürgerforum (Bürgerbeteiligung) auf selbige Gemeinsamkeit gerne hingewiesen.

Verfahren

Ausgehend von den Einsichten, dass Entscheidungsbeteiligung Informiertheit voraussetzt, dass Orientieren Zeit erfordert und dass Zeit Geld ist, lassen für sich für das Aussichtslos Planungszelle (im Differenz zu manchen anderen bürgerschaftlichen Beteiligungsformen) recht exakt definierte Verfahrensmerkmale kundgeben:
Eine Planungszelle ist eine Gruppe von gegen 25 im Zufallsverfahren ausgewählten Personen (ab 16 Jahren), die für ca. eine Woche von ihren arbeitsalltäglichen Verpflichtungen fakultativ werden, um in Gruppen Lösungsvorschläge für ein vorgegebenes Planungsproblem zu zusammentragen. Die Mitglieder erzwingen für sich zur Neutralität.

Laut einem Eingabe für die Gesamtgruppe einer Planungszelle beraten Kleingruppen von 4 bis sechs Teilnehmern eine konkrete Anliegen sowie übereinkommen sich – ohne Vorgaben oder Steuerung per die Moderation – auf ihnen wichtige Punkte / Aussagen / Positionen. Nach einer Beratungszeit von ca. einer Stunde werden die Ergebnisse der Kleingruppen vorgetragen. An diesem Ende einer Arbeitsphase bewerten die Teilnehmer alle vorgetragenen Positionen nach ihrer Bewilligung / Signifikanz.

Nebst jedes Mal wechselnder Verknüpfung arbeitet die Gruppe vielmals im Laufe eines Tages mit vier anderen Laienplanern in einer solchen quasi intimen Konstellation gemeinschaftlich. Durchgehende Meinungsführerschaften werden mit den Übergang ausgeschlossen. Bei den Bewertungen jener Bewohner sind die Fachleute sowie Interessenvertreter(inne)n nicht vorrätig.
Die Ergebnisse ihrer Beratungen werden in einem so genannten Bürgergutachten kurzum sowie den politischen Entscheidungsinstanzen als Beratungsunterlage zur Verfügung gestellt.
Ca. die Repräsentativität zu erhöhen, arbeiten in dieser Regel kontinuierlich einige Planungszellen parallel zum selben Inhalt; bei zwei Planungszellen, die etwa eine Stunde versetzt arbeiten, können die Referenten beiden Gruppen hintereinander zur Verfügung stehen.

Ergebnisse

Das Aussichtslos ist in den letzten Jahren wie noch auf kommunaler als ansonsten auf überregionaler Ebene zu höchst unterschiedlichen thematischen Fragestellungen erfolgreich angewandt worden, so bspw. zur Aufwertung des öffentlichen Personennahverkehrs in Hannover, zur Aufklärung seit vielen Jahren ungelöster und umstrittener Planungsfälle wenn in jener Technikfolgenabschätzung, sowie hat den politischen Entscheidungsinstanzen und Auftraggebern jedes Mal wertvolle Empfehlungen und Hinweise existieren.
Mittels die Zufallsauswahl wird eine breit gestreute Teilnehmerschaft erreicht. Frauen sowie Männer sind vergleichbar ihrem Bevölkerungsanteil vertreten, darüber hinaus die unterschiedlichen Altersgruppen. Angehörigen schwer abkömmlicher Berufsgruppen wird die Anteilnahme durch berufliche Freistellung erleichtert, für Personen mit Pflegeverantwortung wird nach einer Vertreter benötigt. In Fällen, in denen die Teilnahme beispielsweise auf Grund von Behinderung für die ausgewählte Person auf keinen Fall denkbar war, wurde sie von einem Helfer oder einer Helferin unterstützt. Bei sprachlichen Problemen ausländischer Teilnehmender halfen gerade besser deutsch sprechende Familienangehörige als Übersetzer.
In den bisherigen Anwendungsfällen wurden außerdem Leute erreicht, die vor noch nie an einer politischen Veranstaltung oder einem Weiterbildung teilgenommen hatten. Fernerhin brachte es Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen (Meinungs-)Gruppen ins Gespräch, die sich alternativ gelegentlich begegnen würden und führte zu vielfältigen Prozessen sozialen Lernens.
Das Verfahren ist prinzipiell auf allen Entscheidungsebenen einsetzbar. Wegen dieser mit seiner Implementierung verbundenen bedingt hohen organisatorischen und finanziellen Aufwand wird jener Einsatz von Planungszellen fernerhin auch in Zukunft eher auf größere Projekte bzw. Entscheidungsfragen beschränkt weilen.
Die Landesjugendvertretung entwickelte 2007 eine Form von Jugend-Planungszellen als „Jugendsynode“, um mit jener Zufallsauswahl die Delegations-Ketten von Entscheidern zu durchbrechen.

Weiterentwicklung

Timo Rieg überträgt das Arbeitsprinzip der Planungszellen / Bürgergutachter auf die Parlamentsarbeit und tritt für einen Ersatz gewählter Parteien-Parlamente via Bürger-Parlamente ein, die in vielen parallelen Planungszellen arbeiten.

Auswahl durchgeführter Planungszellen

Titel der Bürgergutachten/ Auftraggeber:

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  • „Eine neue Verteilungsregelung anstelle die Abfallwirtschaftssatzung jener Stadt Aachen“ Stadtbetrieb Aachen
  • „Beisammen dieser Generationen in einer älter werdenden Gesellschaft“/ Landesregierung Rheinland-Pfalz
  • „Perspektiven für Regensburg“/ Stadt Regensburg
  • „Zukünftige Energiepolitik“ (mit bundesweit 24 PZŽn das bisher umfangreichste Vorhaben; viele begleitende Veröffentlichungen)/ KFA -Jülich / BMFT, Bonn
  • „BG – Bayerisches Verbraucherschutzprogramm 2010“ (mit 18 PZ’n an fünf verschiedenen Orten)/ Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz
  • „Eckpunkte für ein zukünftiges Europa“ (jeweils zwei Planungszellen in Berlin und Budapest)/ King Baudouin Foundation, Brussels

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